Meine Zeit der Protonentherapie in Heidelberg

Täglich mit dem Rad gegen den Krebs

Von Mitte August bis Ende September habe ich eine intensive Zeit in Heidelberg verbracht, in der ich Tour For Life mit viel Engagement ein großes Stück voran bringen konnte.  Die Kraft die ich in das Projekt investierte, kam doppelt zu mir zurück und gibt mir in dieser schwierigen Zeit Auftrieb. All die wunderbaren, hilfsbereiten und aufgeschlossenen Menschen denen ich hier begegnet bin, haben mir gut getan.

unterwegs mit den Regenbogenfahrern

unterwegs mit den Regenbogenfahrern

Tour For Life meets Die Regenbogenfahrer

Normalerweise werfe ich kostenlose Wochenzeitungen immer weg. Doch in Heidelberg nicht.

Hieraus ergab sich ein Ereignis der ganz besonderen Art, die Begegnung mit den Regenbogenfahrern der Kinderkrebsstiftung.

Ausschließlich junge Erwachsene, die leider auch nur zu gut wissen, was es heißt eine schwere Zeit durchgestanden zu haben, fahren für den guten Zweck.

Die Regenbogenfahrer sind junge Erwachsene zwischen 23 und 31 Jahren, die ihre Krebserkrankung ebenfalls erfolgreich besiegt haben. Allein durch die Begegnung mit den inspirierenden Menschen konnte ich viel Zuversicht in meine Zukunft gewinnen.

Nicht minder faszinierten mich die offensichtlichen Gemeinsamkeiten mit dem Projekt und Tour For Life!

Nicht nur Sportliche Vorbilder

Als ich die Fahrer im Waldpiratencamp der Kinderkrebsstiftung in Heidelberg das erste Mal traf, war es mir schon fast peinlich von meinen Plänen zu erzählen. Zu gleich schienen sich beide Projekte. Um Vorbild zu sein, Lebensmut und Hoffnung zu vermitteln, besuchen auch die Regenbogenfahrer Kinderkrebsstationen auf ihren Etappen und bringen so ein wenig Licht in den Klinikalltag der Kinder.

[pullquote style=”left”]Anfangs konnte ich meinen Augen und Ohren kaum trauen.[/pullquote]

Die einen fahren jährlich mehrere hundert Kilometer in einer Gruppe quer durch Deutschland und die anderen fahren um den Bodensee und vorerst einmalig in vier Monaten über 4000 km von Berlin nach Istanbul. Die einen strampeln für die Kinderkrebsstiftung und die Anderen radeln für die Stiftung Leben mit Krebs, das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen und die Hirntumorhilfe. Beide besuchen kranke Kinder vor Ort.

Gemeinsam sind wir stark!

Um meinen Worten Taten folgen zu lassen und die tolle Truppe besser kennenzulernen habe ich die Regenbogenfahrer am nächsten Tag gleich ein Stück ihrer Etappe von Heidelberg nach Karlsruhe begleitet. Über 90 Reifen rollten durch die Heidelberger Innenstadt. Ihr könnte euch vorstellen, wie spannend es für mich war, das erste Mal in einer großen Gruppe von der Polizei eskortiert über rote Ampeln zu fahren.

Waldpiratencamp

Am Waldpiratencamp mit den Regenbogenfahrern

Was für ein Erlebnis muss das erst für die zehn Waldpiraten gewesen sein, die uns bis St. Leon Rot begleitet haben. Den 24. und 25. August werde ich somit stets in guter Erinnerung behalten. Die warmherzigen Begegnungen haben mir bewiesen, dass ich meinen Traum, das Projekt Tour For Life realisieren kann. Komme was wolle!

Nicht alles Sonnenschein

Damit ein Regenbogen erstrahlen kann, muss es dort, wo sich das Licht bricht, regnen. Jeden Tag von Montag bis einschließlich Samstag musste ich zur Behandlung in das HIT (Heidelberger Ionenstrahl Zentrum) an der Uniklinik. Dort fand die Bestrahlung in Form einer Protonentherapie statt. An sich habe ich die Behandlung gut vertragen und die Zeit in der Klinik ging schnell vorüber. Wenn man aber während der viertelstündigen Behandlung mit einer bombenfest sitzenden Gesichtsmaske die einen die Zähne aufeinanderbeißen lässt auf einer Carbonliege verbringt, vergeht die Zeit plötzlich ganz langsam.

Nebenwirkungen?

Protonentherapie

…unerwünschte Nebenwirkungen

Nachdem es mir in der ersten Behandlungswoche bis auf Müdigkeit und Konzentrationsschwäche noch vergleichsweise gut ging. – Ich hatte heftigere Nebenwirkungen befürchtet. Erkundigte ich mich erstmalig beim Pfleger, wann denn, wenn überhaupt, noch Nebenwirkungen zu erwarten sind.

Daraufhin meinte er ganz gelassen, “…die meisten Patienten kommen am letzten Tag der Behandlung und fragen das gleiche wie Sie.”

Einen “Tod” muss man sterben.

Ich konnte meinen Augen nicht trauen!

Eines Morgen blickte ich in den Spiegel und konnte meinen Augen nicht trauen, wo gestern noch Haare waren, schienen sie über Nacht ausgefallen. Zwar hatte ich mir den modischen Kurzhaarschnitt bereits wenige Tage zuvor zugelegt, aber der kahle Fleck vorne rechts war nun neu. -Jetzt fühlte ich mich doch das erste Mal krank. Faszinierend war für mich dabei zu beobachten, wie sehr für mich/uns Gesundheit mit dem optischen Erscheinungsbild verknüpft ist.

Zwar geben mir die Ärzte Hoffnung, dass die Haare irgendwann nachkommen. Momentan gehe ich aber lieber nur mit Kopftuch auf die Straße. Die Skurrilität ging sogar schon so weit, dass mich eine ältere Frau im Bus ansprach, ob ich Muslime sei. Daraufhin antwortete ich, “Wieso fragenSie?”, “Na weil Sie diesen Turban tragen.”, “Das ist nur ein Kopftuch, haute couture wissen Sie?”, “Ich hatte schon befürchtet Sie gehören zur ISIS“.

-Jaja, soweit kann`s gehen. 🙂

Gesundheit mit dem optischen Erscheinungsbild verknüpft

Radfahren, Balsam für die Seele

Strahlenburg Schriesheim

Die Strahlenburg in Schriesheim

Das was mir auch nun immer wieder Kraft, gute Laune und Zuversicht schenkte, waren die Radtouren durch das traumhafte Heidelberger Umland. Besonders angetan hat es mir die Bergstraße mit ihren pittoresken Ortschaften. Hier lässt´s sich gemütlich zwei bis drei Stunden entlang von Schrebergärten und Weinbergen bis ins nächste Altstadtcafè fahren.

Aber auch die längeren durchaus anspruchsvolleren Touren durch die Täler rund um Heidelberg haben es mir angetan. Von Heidelberg-Ziegelhausen ausgehend, gibt es eine traumhaft schöne Strecke über mehrere Hügel in Richtung Heiligkreuzsteinach und zurück durch das Gorxheimer Tal.

Philosophische Aussicht garantiert!

Wald nahe Heidelberg

Wald nahe Heidelberg

Ein Geheimtipp ist für mich der Philosophenweg der auch für Radfahrer eine wunderschöne Möglichkeit bietet auf den Heiligenberg zu er-fahren.

Oben angelangt gibt es neben einem Aussichtsturm auch ein mittelalterliches Freilichttheater zu entdecken, das einen staunend in alte Zeiten zurückversetzt.

Vorbei an hohen Tannen und saftig grünen Buchen führt der Weg immer weiter durch den nach Nadelholz, Brombeeren und hier und dort nach Pilzen duftenden Wald.

Bis schließlich eine rasante Abfahrt den Weg zurück nach Dossenheim (nahe Heidelberg) einen den Tag versüßt.

Hier könnt ihr die Fahrt auf den Heiligenberg “live” mitverfolgen

Die Fahrt auf den Heiligenberg war zugleich die erste Strecke welche ich mit der neuen Helmkamera filmte. Die Makel also bitte übersehen.

Diese Strecke und der Teil Heidelbergs mit seinen verwunschenen, märchenhaften Plätzen und seiner unberührten Natur hat mir persönlich besser gefallen als der ganze Trouble um das Heidelberger Schloss.

Mehrere Gründe zum Feiern!

Der 03.09. war ein weiterer besonderer Tag, da ich nun bereits der zweite Artikel über das Projekt Tour For Life – cycling against cancer veröffentlicht wurde.

Bei der jährlichen Benfiz-Veranstaltung “Rudern gegen Krebs” der Stiftung Leben mit Krebs, am 07.09. hatte ich erneut die Gelegenheit das Projekt der Öffentlichkeit  vorzustellen.

Die ersten 2000 km

Die ersten 2000 km

Am 10.09. hatte ich die Hälfte meiner insgesamt 30 Behandlungstage an der Uni-Klinik hinter mir. Viel mehr habe ich mich aber darüber gefreut, seit dem 08. August weitere 1000 km auf dem Tacho zu haben. Stand 12.09.2014 sind es gute 2000 Kilometer.

Meine Zeit der Protonentherapie in Heidelberg

Täglich mit dem Rad gegen den Krebs

Von Mitte August bis Ende September habe ich eine intensive Zeit in Heidelberg verbracht, in der ich Tour For Life mit viel Engagement ein großes Stück voran bringen konnte.  Die Kraft die ich in das Projekt investierte, kam doppelt zu mir zurück und gibt mir in dieser schwierigen Zeit Auftrieb. All die wunderbaren, hilfsbereiten und aufgeschlossenen Menschen denen ich hier begegnet bin, haben mir gut getan.

unterwegs mit den Regenbogenfahrern

unterwegs mit den Regenbogenfahrern

Tour For Life meets Die Regenbogenfahrer

Normalerweise werfe ich kostenlose Wochenzeitungen immer weg. Doch in Heidelberg nicht.

Hieraus ergab sich ein Ereignis der ganz besonderen Art, die Begegnung mit den Regenbogenfahrern der Kinderkrebsstiftung.

Ausschließlich junge Erwachsene, die leider auch nur zu gut wissen, was es heißt eine schwere Zeit durchgestanden zu haben, fahren für den guten Zweck.

Die Regenbogenfahrer sind junge Erwachsene zwischen 23 und 31 Jahren, die ihre Krebserkrankung ebenfalls erfolgreich besiegt haben. Allein durch die Begegnung mit den inspirierenden Menschen konnte ich viel Zuversicht in meine Zukunft gewinnen.

Nicht minder faszinierten mich die offensichtlichen Gemeinsamkeiten mit dem Projekt und Tour For Life!

Nicht nur Sportliche Vorbilder

Als ich die Fahrer im Waldpiratencamp der Kinderkrebsstiftung in Heidelberg das erste Mal traf, war es mir schon fast peinlich von meinen Plänen zu erzählen. Zu gleich schienen sich beide Projekte. Um Vorbild zu sein, Lebensmut und Hoffnung zu vermitteln, besuchen auch die Regenbogenfahrer Kinderkrebsstationen auf ihren Etappen und bringen so ein wenig Licht in den Klinikalltag der Kinder.

[pullquote style=”left”]Anfangs konnte ich meinen Augen und Ohren kaum trauen.[/pullquote]

Die einen fahren jährlich mehrere hundert Kilometer in einer Gruppe quer durch Deutschland und die anderen fahren um den Bodensee und vorerst einmalig in vier Monaten über 4000 km von Berlin nach Istanbul. Die einen strampeln für die Kinderkrebsstiftung und die Anderen radeln für die Stiftung Leben mit Krebs, das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen und die Hirntumorhilfe. Beide besuchen kranke Kinder vor Ort.

Gemeinsam sind wir stark!

Um meinen Worten Taten folgen zu lassen und die tolle Truppe besser kennenzulernen habe ich die Regenbogenfahrer am nächsten Tag gleich ein Stück ihrer Etappe von Heidelberg nach Karlsruhe begleitet. Über 90 Reifen rollten durch die Heidelberger Innenstadt. Ihr könnte euch vorstellen, wie spannend es für mich war, das erste Mal in einer großen Gruppe von der Polizei eskortiert über rote Ampeln zu fahren.

Waldpiratencamp

Am Waldpiratencamp mit den Regenbogenfahrern

Was für ein Erlebnis muss das erst für die zehn Waldpiraten gewesen sein, die uns bis St. Leon Rot begleitet haben. Den 24. und 25. August werde ich somit stets in guter Erinnerung behalten. Die warmherzigen Begegnungen haben mir bewiesen, dass ich meinen Traum, das Projekt Tour For Life realisieren kann. Komme was wolle!

Nicht alles Sonnenschein

Damit ein Regenbogen erstrahlen kann, muss es dort, wo sich das Licht bricht, regnen. Jeden Tag von Montag bis einschließlich Samstag musste ich zur Behandlung in das HIT (Heidelberger Ionenstrahl Zentrum) an der Uniklinik. Dort fand die Bestrahlung in Form einer Protonentherapie statt. An sich habe ich die Behandlung gut vertragen und die Zeit in der Klinik ging schnell vorüber. Wenn man aber während der viertelstündigen Behandlung mit einer bombenfest sitzenden Gesichtsmaske die einen die Zähne aufeinanderbeißen lässt auf einer Carbonliege verbringt, vergeht die Zeit plötzlich ganz langsam.

Nebenwirkungen?

Protonentherapie

…unerwünschte Nebenwirkungen

Nachdem es mir in der ersten Behandlungswoche bis auf Müdigkeit und Konzentrationsschwäche noch vergleichsweise gut ging. – Ich hatte heftigere Nebenwirkungen befürchtet. Erkundigte ich mich erstmalig beim Pfleger, wann denn, wenn überhaupt, noch Nebenwirkungen zu erwarten sind.

Daraufhin meinte er ganz gelassen, “…die meisten Patienten kommen am letzten Tag der Behandlung und fragen das gleiche wie Sie.”

Einen “Tod” muss man sterben.

Ich konnte meinen Augen nicht trauen!

Eines Morgen blickte ich in den Spiegel und konnte meinen Augen nicht trauen, wo gestern noch Haare waren, schienen sie über Nacht ausgefallen. Zwar hatte ich mir den modischen Kurzhaarschnitt bereits wenige Tage zuvor zugelegt, aber der kahle Fleck vorne rechts war nun neu. -Jetzt fühlte ich mich doch das erste Mal krank. Faszinierend war für mich dabei zu beobachten, wie sehr für mich/uns Gesundheit mit dem optischen Erscheinungsbild verknüpft ist.

Zwar geben mir die Ärzte Hoffnung, dass die Haare irgendwann nachkommen. Momentan gehe ich aber lieber nur mit Kopftuch auf die Straße. Die Skurrilität ging sogar schon so weit, dass mich eine ältere Frau im Bus ansprach, ob ich Muslime sei. Daraufhin antwortete ich, “Wieso fragenSie?”, “Na weil Sie diesen Turban tragen.”, “Das ist nur ein Kopftuch, haute couture wissen Sie?”, “Ich hatte schon befürchtet Sie gehören zur ISIS“.

-Jaja, soweit kann`s gehen. 🙂

Gesundheit mit dem optischen Erscheinungsbild verknüpft

Radfahren, Balsam für die Seele

Strahlenburg Schriesheim

Die Strahlenburg in Schriesheim

Das was mir auch nun immer wieder Kraft, gute Laune und Zuversicht schenkte, waren die Radtouren durch das traumhafte Heidelberger Umland. Besonders angetan hat es mir die Bergstraße mit ihren pittoresken Ortschaften. Hier lässt´s sich gemütlich zwei bis drei Stunden entlang von Schrebergärten und Weinbergen bis ins nächste Altstadtcafè fahren.

Aber auch die längeren durchaus anspruchsvolleren Touren durch die Täler rund um Heidelberg haben es mir angetan. Von Heidelberg-Ziegelhausen ausgehend, gibt es eine traumhaft schöne Strecke über mehrere Hügel in Richtung Heiligkreuzsteinach und zurück durch das Gorxheimer Tal.

Philosophische Aussicht garantiert!

Wald nahe Heidelberg

Wald nahe Heidelberg

Ein Geheimtipp ist für mich der Philosophenweg der auch für Radfahrer eine wunderschöne Möglichkeit bietet auf den Heiligenberg zu er-fahren.

Oben angelangt gibt es neben einem Aussichtsturm auch ein mittelalterliches Freilichttheater zu entdecken, das einen staunend in alte Zeiten zurückversetzt.

Vorbei an hohen Tannen und saftig grünen Buchen führt der Weg immer weiter durch den nach Nadelholz, Brombeeren und hier und dort nach Pilzen duftenden Wald.

Bis schließlich eine rasante Abfahrt den Weg zurück nach Dossenheim (nahe Heidelberg) einen den Tag versüßt.

Hier könnt ihr die Fahrt auf den Heiligenberg “live” mitverfolgen

Die Fahrt auf den Heiligenberg war zugleich die erste Strecke welche ich mit der neuen Helmkamera filmte. Die Makel also bitte übersehen.

Diese Strecke und der Teil Heidelbergs mit seinen verwunschenen, märchenhaften Plätzen und seiner unberührten Natur hat mir persönlich besser gefallen als der ganze Trouble um das Heidelberger Schloss.

Mehrere Gründe zum Feiern!

Der 03.09. war ein weiterer besonderer Tag, da ich nun bereits der zweite Artikel über das Projekt Tour For Life – cycling against cancer veröffentlicht wurde.

Bei der jährlichen Benfiz-Veranstaltung “Rudern gegen Krebs” der Stiftung Leben mit Krebs, am 07.09. hatte ich erneut die Gelegenheit das Projekt der Öffentlichkeit  vorzustellen.

Die ersten 2000 km

Die ersten 2000 km

Am 10.09. hatte ich die Hälfte meiner insgesamt 30 Behandlungstage an der Uni-Klinik hinter mir. Viel mehr habe ich mich aber darüber gefreut, seit dem 08. August weitere 1000 km auf dem Tacho zu haben. Stand 12.09.2014 sind es gute 2000 Kilometer.