190 km Bodenseeradweg mit Tour For Life

vom 03.10. bis 05.10. fand die erste offizielle Tour For Life Etappe rund um den Bodensee statt

Viele wertvolle Erfahrungen, eindrucksvolle Landschaften und herzliche Begegnungen prägten das Wochenende entlang des Bodenseeradweg.

-Doch gleich zu Beginn sollte einiges anders laufen als geplant.

Bodenseeradweg Tour For Life

Das Team am ersten Tag

Leider erschienen von den anfänglich vier angemeldeten Personen in Freiburg nur die treue Seele Max.

Um 10:40 Uhr ging es dann wie geplant in Richtung Neustadt, wo der Anschlusszug in Richtung Donaueschingen auf uns warten sollte. Doch bereits auf dem Weg dorthin nahm das Chaos seinen Lauf. Anstatt in Neustadt, stiegen wir irrtümlicherweise bereits in Titisee aus. Das brachte uns dazu, die sechs Kilometer bis nach Neustadt in 15 Minuten zu bewältigen.

Trotzdem zu spät!

Auch der Sprint half uns nichts und so fuhr der Zug in Richtung Konstanz ohne uns ab.

Glücklicherweise half mir eine Bekannte in Konstanz, die dortigen Mitfahrer darüber zu informieren, dass wir erst eine Stunde später, also um 14:30 Uhr eintreffen würden.

Als ich schließlich samt Gepäck in Konstanz aus dem Zug stieg, ereignete sich das nächste Malheur. Plötzlich knallte es und meine Gepäcktaschen samt Gepäckträger lagen vor mir auf dem Bahnsteig!

Wie sich herausstellte, hielt der Gepäckträger der Belastung und dem mehrmaligen ein- und aussteigen nicht stand und verabschiedete sich ins Nirvana.

In Konstanz angekommen – Tour gelaufen?

Mein erster Gedanke war, “jetzt ist die Tour gelaufen”, vielleicht soll es einfach nicht sein. Doch zum Glück ließ ich mich nicht entmutigen, denn sonst hätte ich ein wunderbares Wochenende mit liebenswerten Menschen und aufgeschlossenen Gesprächen verpasst.

Dank der mitgebrachten Spanngurte, ließ sich Träger wieder so befestigen, dass er das ganze Wochenende samt Gepäck Stand hielt.

Überraschung!

Nach der anfänglichen Enttäuschung nur zu zweit um den Bodensee zu fahren, erwarteten uns  in Konstanz gleich drei weitere Mitfahrer sowie eine Interessierte deren Freund noch am Sonntag in Meersburg einsteigen würde. Martin, Frank und Irene hießen die Teilnehmer die mich in ihrem sportlichen Dress begrüßten und meine Stimmung hoben.

Bodenseetour 2014

Kurz vor dem Etappenziel Bregenz

Die liebe Irene war anfangs recht skeptisch, sollte sie doch bis zum Samstag die einzige Frau sein. Die ehemalige herzliche Krankenschwester, sorgte für gute Stimmung in der Gruppe, schlug sich wacker mit uns Herren und begleitete uns auch noch am Samstag von Bregenz bis Meersburg auf dem Bodenseeradweg.

Bei strahlendem Sonnenschein fuhren wir mit dem Blick auf das kristallblaue Wasser entlang der Schweizer Seeseite, bis wir schließlich um 20:00 Uhr aufgrund des verspäteten Starts in Bregenz ankamen. Nun galt es die Zelte im Dunkeln aufzubauen und für die Mitfahrer ohne Zelt eine Unterkunft zu organisieren. Letztendlich konnten wir glücklicherweise alle im Campingplatz Lamm, der auch Gästezimmer anbietet unterkommen. Leider sorgte das Wetter dafür, dass wir unsere Zelte am nächsten Morgen nass einpacken mussten.

Baden im Oktober

Nach einem ausgiebigen Frühstück ging es am folgenden Tag über Lindau in Richtung Meersburg. Leider war das Wetter heute nicht so berauschend, aber trotzdem hatten wir einen Mutigen dabei, der sich in das 17 Grad kalte Wasser traute.

Bei manch einem sorgte der Freitag noch für müde Muskeln, aber trotz der etwas widrigen Umstände und einer Irrfahrt durch Lindau, kamen alle gegen Abend zufrieden in Meersburg an.

Am Sonntag begrüßte uns in Meersburg ein weiterer Mitfahrer der uns vieles Wissenswertes über die Geschichte des Bodensee vermitteln sollte.

So schmeckte bei bestem Herbstwetter und 21 Grad das Eis in Überlingen gleich doppelt so gut.

Kurze Zeit später verlockten uns die spätsommerlichen Temperaturen dazu, in Sipplingen nochmals in den See zu springen, die Muskeln abzukühlen und den Kreislauf in Schwung zu bringen.

Treten gegen Krebs

Frederico und Ich – Treten gegen Krebs

Treten gegen Krebs

Als wir von Sipplingen aus weiter in Richtung Radolfzell fuhren, begegneten wir einem Radler mit einem Fahrradtrikot auf dem die Aufschrift “Treten gegen Krebs” prangte.

Wie sich herausstellte, hatte Frederico extra den halben Tag auf uns gewartet um mich und die Mitfahrer kennenzulernen. Auch er ist auf die Bodenseetour durch den Zeitungsartikel im Südkurier aufmerksam geworden.

Pedaleando contra el cancer

Den strahlenden, freundlichen und begeisterten Frederico konnte ich gleich ins Herz schließen und wir tauschten uns über unsere Projekte aus. Der  gebürtige Dominikaner war selber von Krebs betroffen und hat ihn erfolgreich besiegt. Seitdem fährt auch Frederico für den guten Zweck und möchte anderen Menschen als Vorbild dienen. Nach der erfolgreichen Therapie kehrte er zurück in seine karibische Heimat, wo er ein Radrennen quer über die Insel organisierte.

In Deutschland ist er zuletzt über 1300 km vom Bodensee bis nach Rotterdam gefahren.

Wenn es bei ihm zeitlich passt, Frederico hat eine zwölfjährige Tochter, werden wir im kommenden Jahr ein großes Stück gemeinsam absolvieren.

Unser Guide Harry

Harry, der unsere Gruppe im historischen Meersburg bereicherte, zeigte uns eine bezaubernde Strecke auf schönen Wegen entlang eines Naturschutzgebiet und vorbei am Mindelsee in Richtung  unseres Etappenziels Konstanz.

Tour For Life

Der Ausklang im Naturfreundehaus in Markelfingen

Kurz vor Konstanz ließen wir es uns nochmals gut gehen und so fand die Tour in gemütlicher Runde bei schwäbischen Käs`spätzle einen harmonischen Ausklang.

Rückblickend war es eine traumhaftschöne Tour entlang des Bodenseeradweg mit wunderbaren Begegnungen und bleibenden Erinnerungen. Eine Tour die sich auf jeden Fall gerne wiederholen lässt.