Dreisam, Elz, Kinzig und Neckar.

Eine 4-Flüsse Tour von Freiburg nach Tübingen und zurück

320 schöne, aber anstrengende Kilometer bei sommerlichen Temperaturen durch Baden und Schwaben.

Tübingen-Tour

Tübingen (© Bild by pixabay.com via pixabay.com)

Kurz vor Antritt meiner neuen Arbeitsstelle entschloss ich mich eine Tour von Freiburg nach Tübingen zu unternehmen, um Freunde zu besuchen und mich gleichzeitig bei der Firma Schmidt Maschinenbau (SON) für deren Unterstützung persönlich zu bedanken. Auf der 4-Flüsse-Tour konnte ich meine nähere Umgebung richtig kennenlernen und viele wunderschöne Schätze am Rande der Routen betrachten.
Weiter unten könnt ihr euch das Video hierzu ansehen.

Ein Rückblick auf die Tour

Schon am ersten Tag musste ich feststellen, dass es die Etappen durchaus in sich haben.
Dem Tourenplaner komoot die Einschätzung des Schwierigkeitsgrads der Strecke nicht zu vertrauen, war ein Fehler!
Hier seht ihr die Tourenplanung der Hinfahrt.

Tag 1: 55 Kilometer – 490 Hm

Hof bei Haslach

Das erste Nachtquartier

Nachdem ich das Elztal vorbei an Waldkirch und Elzach durchquert hatte, kam ich auf eine Anhöhe die mich hinab ins Kinzigtal, nach Haslach bzw. Hausach führte.

Zu allem Überfluss quälte ich mich am Ende des ersten Tages noch auf einen Berg nahe Hausach, auf dem einem Ortskundigen zu Folge ein sehenswerter Aussichtsturm stehen sollte. Mit den letzten Kräften dort angekommen, – es dämmerte bereits- war ich froh, kurze Zeit darauf  mein erstes Nachtquartier an einem verlassenen Hof aufzuschlagen.

Tag 2: 66 Kilometer – 990 Hm

In Schiltach

18 Prozent Steigung von Schiltach auf die Schwäbische Alb

Am nächsten Morgen machte ich mich frohen Mutes auf den Weg zu meinem Tagesziel Sulz am Neckar.

Eingestimmt auf eine bequeme Fahrt, wurde ich ab Schiltach eines besseren belehrt.

So führte die Strecke von Haslach über Hausach, Kirnbach und Wolfach nach Schiltach immer entlang der Kinzig aber auch stets bergauf. Das war aber noch nichts im Vergleich zu dem fast 2-stündigen Anstieg der noch vor mir lag.

Campingplatz Schüttehof

Auf dem Campingplatz nahe Horb

Als ich durch die malerische Ortsmitte Schiltachs fuhr, wusste ich noch nichts von dem mir bevorstehenden „Quäl-Dich-Anstieg“ auf die Schwäbische Alb, bevor ich in das Neckartal gelangen würde.

Da ich am nächsten Tag entspannt in Tübingen ankommen wollte und nicht auf eine weitere Überraschung vorbereitet war, fuhr ich an diesem Tag noch weitere 20 Kilometer als geplant bis Horb am Neckar. Hier wartete, nach erneuter Bergetappe, endlich eine Dusche auf einem schönen Campingplatz auf mich.

Tag 3: 35 bzw. 45 Kilometer – 400 Hm

SON - Nabendynamo

Schmidt Maschinenbau in Tübingen

Entspannt, frisch geduscht und „ausgeschlafen“ ging es heute auf die Zielgerade Richtung Tübingen. Kurz zuvor fuhr ich durch das mittelalterliche Rottenburg, wo ich mir auf dem Domplatz ein leckeres Eis schmecken ließ. In Tübingen hatte ich am Nachmittag einen Termin für ein Interview mit dem Schwäbischen Tagblatt bei der Firma Schmidt Maschinenbau vereinbart. An diesem Tag lief alles wie geplant und nach entspannten zwei Stunden kam ich dieses Mal sogar zu früh an meinem Ziel an.

Bei der Firma die mich mit einem Nabendynamo plus Laufrad sowie einem Scheinwerfer unterstützt, wurde ich herzlich von Frau Zimmermann empfangen.

Mühle Poltringen

Die Mühle Poltringen bei Ammerbuch

Ein sehr hilfsbereiter Mitarbeiter montierte mir sogar noch den von mir mitgebrachten Edelux II Scheinwerfer sowie das „E-Werk“ von Busch & Müller.
Ein erster Testlauf zeigte mir, dass ich nun sogar bereits mein Smartphone mit GPS während der Fahrt laden konnte.

Ein Artikel im Schwäbischen Tagblatt

Kurz darauf erschien Frau Walter vom Schwäbischen Tagblatt und führte das Interview für den geplanten Zeitungsartikel.
Nachdem ich zum Abschied noch auf einen Kaffee eingeladen wurde, machte ich mich rundum glücklich wieder auf den Weg, um an diesem Abend einen Freund nahe Tübingen zu besuchen.

So musste ich diese Nacht nicht im Zelt auf der Therm-A-Rest Matte verbringen.

Das freudige Wiedersehen war sehr entspannt und am Samstag morgen machte ich  mich nach dem Frühstück daran, die zwei Tagesetappen der Rückfahrt zu planen.

 Das Ergebnis der Tourenplanung für den Samstag und Sonntag

4-Flüsse-Tour

Der Rückweg: 180 km entlang des Neckar und über den Schwarzwald nach Freiburg (© by komoot.de)

Auch die Rückfahrt hatte ich mir einfacher vorgestellt, doch nachdem die Strecke anfangs gemütlich durch das idyllische Neckartal führte, ging es ab Rottweil stets bergauf und bergab durch den Schwarzwald.

Das Video zur Tour

Tag 4 und 5: 190 km – 2000 Hm

Naturfreundehaus Trossingen

Das Naturfreundehaus in Trossingen

Ab Ammerbuch fuhr ich am Samstagmorgen wieder entlang des Neckar vorbei an Rottenburg, Sulz und der Neckarburg. Wobei ich mich dafür entschied dem Neckarradweg bis nach Rottweil zu folgen.

Der Neckar war den ganzen Vormittag über mein Wegbegleiter und auch die Sonne schien fast durchgehend.

Nachdem ich durch die gleichfalls sehr malerische Altstadt von Rottweil radelte, gelang ich schließlich nach 90 Kilometern, kurz vor Villingen-Schwenningen, erschöpft am Naturfreundehaus in Trossingen an.
Hier durfte ich großzügigerweise, völlig entkräftet, mein Zelt im Garten aufschlagen.

Tag 5: Auf der B31 zurück nach Freiburg

Als ich mich am Sonntagmorgen wieder auf das Rad schwang, hatte ich Freiburg gedanklich bereits vor Augen.
Dachte ich doch, dass es ab nun nur noch bergab gehen würde. –Weit gefehlt!

Kirnbergsee bei Donaueschingen

Der Kirnbergsee bei Bräunlingen

Wie sich herausstellte lag der höchste Punkt der Tour auf 1050m noch vor mir.
Die Schneereste und der in der Ferne sichtbare Feldberg (1493 m) veranschaulichten mir dies deutlich.

Bevor ich in die schöne Altstadt Bräunlingens gelang, passierte ich noch die Städte Villingen-Schwenningen, Bad Dürrheim und Donaueschingen.
Von hier aus war es nicht mehr weit bis zum malerischen Kirnbergsee, der am Waldrand mit seinem kühlen und erfrischenden Nass auf mich wartete.

Nach einer spannenden Abfahrt durch das Löffeltal und zehn unvermeidbaren Kilometern auf der B31 durch das Höllental (…ich hatte vorerst genug von Bergen) kam ich am frühen Sonntagabend nach der 4-Flüsse-Tour wieder in meiner Heimat an.
[pullquote style=“right“]Ab sofort werde ich dem Routenplaner mehr Vertrauen schenken.[/pullquote]
Eine schöne Tour liegt hinter mir, an der ich einmal mehr festhalten kann, dass es auch in nächster Umgebung unzählig viele wunderschöne Orte gibt, die man erst mit dem Fahrrad oder zu Fuß richtig wahrnimmt.